Maerchenwald

Noch im 15. Jahrhundert konnte ein Eichhörnchen von Baum zu Baum hüpfend von Südspanien bis nach Dänemark gelangen. Ganz Europa war ein einziger Wald. Wichtige Handelswege führten durch ihn hindurch, er war ein wichtiger Lieferant für Brennholz, Nüsse und Beeren, für Fleisch, aber auch heilende Kräuter. Ein Unterschlupf für die Vertriebenen, die aus den mit Stadtmauern gesicherten Städten ausgeschlossen waren, aber auch für die Gesetzlosen. 

Kein Wunder also, daß so viele Geschichten im Wald spielen. Rotkäppchen, das durch den Wald läuft, um die Großmutter zu besuchen. Hänsel und Gretel, die von ihren Eltern im Wald ausgesetzt wurden. Die Bremer Stadtmusikanten, die auf ihrer Reise Rast in einem Wald machen und dort ein Räuberhaus finden. Die Nibelungen. Die Schlacht im Teutoburger Wald. Der Freischütz. Die Aufzählung ließe sich endlos weiterführen. 

Und auch moderne Geschichten spielen im Wald. Hinter Hogwarts liegt der verbotene Wald, in dem Einhörner, Zentauren und riesige Spinnen wohnen. Der Weg nach Narnia führt durch einen Wald. Und es sind die tanzenden Bäume, die Aslan in der Schlacht gegen die weißte Königin unterstützen. 

Alles ist möglich im Wald. Er ist verwunschen, geheimnisvoll, veränderlich – und er ist unendlich. Kein Märchen, keine Geschichte, in der sich die Protagonisten aus dem Wald heraus verlaufen, immer nur in den Wald hinein.  

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